Der wohl wichtigste Aspekt bei der Projektierung einer Website ist die Berücksichtigung des Nachfragepotentials, sowie dem Angebot und der Nachfrage selbst. Angehende Webmaster lassen sich zu schnell von der Grandiosität der eigenen Idee verführen und unterlassen eine Untersuchung des Nachfragepotentials. Auch fehlende Kenntnisse im Bereich der betriebs- wirtschaftlichen Analyse oder die Angst, dass die Idee doch nicht so gut sein könnte, führen allzu oft zum Scheitern im Nachhinein und zum vorzeitigen Abbruch des Projektes. Bedauerlich ist dies vor allem dann, wenn man viel Zeit in die Website steckt und das Projekt an sich sehr ansehnlich ist. Letzten Endes alles vergebene Müh, wenn keine Nachfrage besteht. Für Starter gilt – die Nachfrage bestimmt das Angebot und nicht umgekehrt!

Bestimmung von Angebot und Nachfrage

Damit Sie Ihre Idee einigermaßen einordnen und deren Erfolgsaussichten beurteilen können, ist wenigstens eine grobe Ermittlung von Angebot und Nachfrage durchzuführen. Der erste Schritt bedient sich dabei der Methoden der Suchmaschinenoptimierung (SEO). Um eine tendenzielle Schätzung der Nachfrage vornehmen zu können, empfehlen wir die Nutzung sogenannter Keyword-Analyzer. Diese werfen Ihnen die monatlichen Suchanfragen der Nutzer (Nachfrager) an die Suchmaschinen aus. Mittels einer von Ihnen aufgestellten Keyword-Liste fragen Sie dann die Einzelwörter und Kombinationen bei den Suchmaschinen ab, notieren sich die Ergebnisse und sortieren nach der Anzahl der Treffer. Tasten Sie sich dabei Stück für Stück vor und wählen Sie Wörter, welche zu Ihrem Projekt und Ihrer Idee passen. Im nachfolgenden Schritt und zur intuitiven Bestimmung des Angebots nutzen Sie Suchmaschinenabfragen über Google, Yahoo und MSN live search. Die Treffer aus der Keyword-Abfrage geben Sie jetzt in die jeweiligen Suchfenster ein. Oben rechts erscheint in der Regel eine Aussage darüber, wie hoch die Zahl bekannter Seiten im Netz zu diesem Suchbegriff ist. Hohe Zahlen weisen auf ein stärkeres Angebot (Konkurrenten) und indirekt auf die Nachfrage hin. Ergänzend müssen Sie die Top 25 analysieren. Wer ist vertreten? Welches Angebot offeriert die jeweilige Website? Wie stark ist der Konkurrent? Jagen Sie den Wettbewerber ebenfalls durch die Suchmaschine. Existieren viele Seiten im Internet, ist er als Marktmacht anzusehen und dementsprechend hat dieser einen Wettbewerbsvorteil, welchen es erst einmal einzuholen gilt. Führen Sie diese Vorgehensweise solange fort bis Sie einen guten Eindruck über den Markt erhalten. Starke Offline-Anbieter sind meist auch stark im Netz vertreten. Diese Aussage ist zwar nicht allgemeingültig, aber hilft Ihnen Tendenzen zu erkennen. Lesen Sie auch auf den jeweiligen Seiten ein wenig. Sie erhalten tiefere Einblicke in Mitbewerber und deren Marktpräsenz.

Bedenken Sie auch, dass der hier beschriebene Weg lediglich für Anfänger als Einstieg gedacht ist. Die Analyse von Angebot und Nachfrage ist weitaus komplexer. Je stärker Sie sich in Richtung Existenzgründung bewegen, umso mehr kaufmännisches Wissen müssen Sie mitbringen bzw. sich aneignen. Webmaster die „klein“ einsteigen, lernen mit der Zeit dazu. Je stärker Sie sich mit der Materie beschäftigen, desto besser erfassen Sie aktuelle Zustände und zukünftige Entwicklungen.

Bestimmung des Nachfragepotentials

Was viele Websitebetreiber vergessen oder unzureichend durchführen ist eine Abschätzung des Nachfragepotentials. Viele Webmaster ziehen schnell eine Plattform zu aktuellen Themen/ Produkten hoch und müssen nach wenigen Jahren starke Besucherverluste und Umsatzeinbrüche hinnehmen. Manchmal möchte man auch auf dem Goldesel mitreiten auf dem die anderen schon sitzen. Hat man aufgesattelt, merkt man dass der Goldesel zu Tode geritten ist. Beides passiert Ihnen genau dann, wenn Sie in der Projektplanung (und im Projektverlauf) das Nachfragepotential nicht berücksichtigt haben. Hier ist eine zeitliche Betrachtung der Entwicklungen in der Vergangenheit und in der Gegenwart notwendig und es ist im Anschluss eine Trendanalyse vorzunehmen. Keine Idee hält ewig. Auch ziehen gute Ideen Mitbewerber an und die Umsatzraten schwinden. Wenn Sie eine Website planen, welche spezielle Produkte vertreibt, sollten Sie sich wenigstens mit den Prinzipien des Produktlebenszyklus (Teil 1 | Teil 2) und der Ertragskurve auseinandersetzen. Hier ist die Gefahr der Insolvenz durch fehlende Abschätzung des Nachfragepotentials am größten. Sie müssen ebenfalls technische Entwicklungen, Besucherverhalten und -präferenzen, sowie die Breite des Angebotsspektrums einbeziehen. Nischenthemen (-produkte) können im Laufe der Zeit in Sachen Nachfrage sowohl explodieren als auch versanden. Es ist einzig und allein die Frage zu beantworten, ob die Nachfrage weiter steigt, gleichbleibt oder sinkt. Vernachlässigen Sie diesen Aspekt in der Projektplanung, vergeuden Sie eine Menge Zeit und Ressourcen.

Einen guten Artikel zur Ausrichtung des Projektportfolios bietet Trutz.de. Zwar ist der Inhalt eher für SEOs bestimmt, aber er lässt sich sehr gut auf das Nachfragepotential ummünzen. Eng verwandt mit der Thematik sind auch die Analyse-Instrumente der 4-Felder-Matrix und der 9-Felder-Matrix.